Pflegerische Schwerpunkte

Erkrankungen im Bereich von Hals, Nasen, Ohren sind wie kaum in einem anderen Fachbereich vielfältig, beinhalten sie doch nicht nur Atem-, Stimm- oder Schluckprobleme, sondern auch Störungen der 4 wichtigen Sinnesqualitäten Hören, Gleichgewicht, Geruch und Geschmack.

Die Ursache der Erkrankungen sind häufig Entzündungen, Unfälle, aber auch Tumore, Erbkrankheiten und vieles mehr. Sie führen bei den Patienten zu akuten oder chronischen Krankheitsbildern. Besondere Hilfe benötigen vor allem Patienten, bei denen eine Krankheit wie aus dem Nichts zu einem tiefen Lebenseinschnitt führt, wie eine plötzliche Ertaubung, Schwindel bis zur Orientierungslosigkeit, ein lebensbedrohlicher Halsabszeß hinter den Mandeln, ein Verkehrsunfall mit Kopf- und Gesichtsverletzungen oder die Feststellung eines Tumorleidens. Aber auch Patienten mit chronischen Krankheitsbildern z.B. Atembeschwerden und chronischen Infekten durch Nasennebenhöhlenerkrankungen, Schnarchen mit nächtlichen Atemaussetzern (Apnoephasen) oder Mittelohrentzündungen leiden unter einer erheblichen Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität und brauchen Unterstützung und persönliche Zuwendung. Die Pflege richtet sich bei ihrem Handeln immer nach der individuellen Situation, den Bedürfnissen und den vorhandenen Fähigkeiten des Patienten. Das Pflegeteam sorgt rund um die Uhr dafür, dass die ärztlichen Entscheidungen und Anweisungen pflegerisch umgesetzt werden und betreut die Patienten von der Aufnahme, über die Operation bis zur Entlassung. Dies beinhaltet auch die Beratung und Anleitung von Patienten sowie Ihrer Angehörigen.

Prä- und postoperative Pflege

Neben der allgemeinen Pflege liegt in der Hals-Nasen-Ohrenklinik ein pflegerischer Schwerpunkt in der Betreuung und Versorgung operierter Patienten. Stimmruhe bei Kehlkopfpatienten, besondere Ernährungsregeln nach Halsoperationen oder liegender Magensonde und die spezielle Versorgung von Ohroperierten, Nasen- und Nasennebenhöhlen-Patienten oder Tracheotomierten sind nur einige Aspekte im Pflegekonzept. Patienten bei denen infolge Stimmbandlähmung oder Kehlkopfoperation die Anlage eines Tracheostomas notwendig wurde, benötigen in persönlicher und psychosozialer Hinsicht eine spezielle Betreuung. Ist das Tracheostoma über einen längeren Zeitraum erforderlich, erhalten Patienten schon während des stationären Aufenthaltes ein sogenanntes Erstausstattungs-Set und werden damit vertraut gemacht.
Als besonders wertvoll bei Tumorpatienten hat sich die enge Zusammenarbeit mit dem Verband der Kehlkopflosen erwiesen, eine Selbsthilfegruppe, die bereits im Vorfeld einer geplanten Kehlkopfentfernung (Larynektomie) Kontakt mit den Patienten aufnimmt. Sie informiert über Erfahrungen im Alltag und andere wichtige Punkte, wie soziale Zuwendungen und Vergünstigungen.

Überleitung ins häusliche Umfeld

Bei allen stationären Patienten übernimmt die Pflege, wenn erforderlich, die Überleitung ins häusliche Umfeld. Gerade bei Tumorpatienten stellt sie in enger Kooperation mit dem sozialen Dienst und den Pflegeüberleitungskräften die weitere Versorgung sicher. Hierzu gehört auch die Kontaktaufnahme zu einem ambulanten Pflegedienst oder die Beratung und Einweisung von Angehörigen.

Pflegeverständnis und Pflegeprozess

Pflegeziel ist eine für jeden Patienten auf dessen individuelle Bedürfnisse abgestimmte Betreuung. Die Maßnahmen sind dabei darauf ausgerichtet, eine ganzheitliche Pflege unter Erhaltung und Förderung der Selbstständigkeit des Patienten zu gewährleisten. Bei der pflegerischen Umsetzung werden stets die aktuellsten Pflege- und Prophylaxestandards umgesetzt. Dies gilt für die Dekubitus- und Pneumonieprophylaxe ebenso wie für die Soor- und Parotitis-, Kontraktur- oder Thromboseprophylaxe.