Die Nase und ihre Nebenhöhlen

Funktion und Aufbau der Nase

Unsere Nase hat eine große Bedeutung, weil sie im Zentrum des Anblickes eines jeden Menschen liegt und weitere wichtige Aufgaben hat:

  • Riechen,
  • Klimatisierung der Einatemluft durch Befeuchten,
  • Reinigen und Anwärmen,
  • Initiieren der körpereigenen Abwehr gegenüber Viren, Bakterien und Fremdstoffen, die von außen durch die Nase in den Körper gelangen.

Die Nase besteht aus der äußeren, sichtbaren Nase und der inneren Nase, die durch die Nasenscheidewand in die rechte und linke Nasenhöhle geteilt wird. Die Nasenhöhle ist ein länglicher Spaltraum, der durch die seitlich anhaftenden Nasenmuscheln eingeengt wird und mit den luftgefüllten Nasennebenhöhlen durch enge Verbindungswege verbunden ist.

Die Nasenmuscheln schwellen in regelmäßigen Abständen an und ab (Nasenzyklus), wobei normalerweise eine Nasenseite "frei" (abgeschwollen) und die andere Nasenseite zu" (angeschwollen) ist.

Funktionseinschränkungen, Diagnostik und Therapie

Eine behinderte Nasenatmung führt zu einer Mundatmung. Die trockene, kühle und ungereinigte Luft kann Rachen, Kehlkopf und Bronchien reizen. Das Riechvermögen kann eingeschränkt sein. Betroffene fühlen sich meist unwohl dabei, die körperliche Belastbarkeit nimmt oft ab.

Eine länger dauernde, chronische Nasenatmungsbehinderung sollte hinsichtlich ihrer Ursache durch eine sorgfältige HNO-ärztliche Untersuchung abgeklärt werden.

Die Basisuntersuchung umfasst:

  • eine Endoskopie der Nasenhöhlen und des Nasenrachens,
  • eine Allergietestung und
  • eine Luftdurchgängigkeitsmessung.

Über weitere Untersuchungen (Nasenzytologie, mikrobiologischer Abstrich, Ultraschall, Computertomogramm, Kernspintomogramm, Laboruntersuchungen) wird individuell entschieden.

In besonderen Fällen ist bereits heute eine Simulation der Luftströmung durch die Nase möglich, eine Technologie, die wir mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erforschen.

Wenn eine medikamentöse Therapie nicht ausreicht, hilft oft ein operativer Eingriff an der Nasenscheidewand, die Beschwerden dauerhaft zu verbessern. Gleiches gilt für die Verkleinerung der Nasenmuscheln mit modernen Laser- und Hochfrequenztechniken und neuartigen, die Schleimhaut vollständig erhaltenden Muscheloperationen.

Immer mehr Patienten klagen über Nasennebenhöhlenbeschwerden wie behinderte Nasenatmung, vermehrte Nasensekretion, Kopfdruck, Geruchsstörungen, vermehrte Infekte. Unter Berücksichtigung der Beschwerden, der endoskopischen Untersuchung und der bildgebenden Darstellung der Nasennebenhöhlen (z. B. Computertomogramm) wird die für Sie beste Therapie gesucht.

Dabei werden medikamentöse und operative Therapien kombiniert. Hilfreich sind Nasenspülungen, in der Nase wirksame Kortisonsprays und andere entzündungshemmende Medikamente. Wir bieten zusätzlich die Möglichkeit der Aspirintherapie (ASS-Desaktivierung) bei Patienten mit Schmerzmittelunverträglichkeit und Nasenpolypen an.

Moderne Chirurgie der Nasennebenhöhlen

Moderne Nasennebenhöhlenchirurgie wird individuell durchgeführt. Es werden krankhafte Prozesse entfernt, die Engstellen gezielt erweitert und gesunde Schleimhaut weitgehend erhalten. Damit ist diese Chirurgie weitestgehend schmerzfrei.

Zur optimalen Durchführung erfolgt die Operation unter videoendoskopischer Kontrolle. Spezialinstrumente – z.B. sogenannte Shaversysteme, Laser, Ballondilatation – werden individuell ergänzend eingesetzt.

Besonders große Erfahrung besitzen wir in der Chirurgie der Stirnhöhle, die als sehr schwierig gilt. Wir bieten alle Operationsverfahren an, bis hin zur sogenannten Mediandrainage oder Fettobliteration der Stirnhöhle.

Engstellen der ableitenden Tränenwege (Tränenwegsstenosen) und Verletzungen der Schädelbasis nach Unfall therapieren wir schonend durch die Nase.

Auch viele gutartige und einzelne bösartige Tumoren der Nasen- und Nasennebenhöhlen können durch die Nase erfolgreich operiert werden.

In allen Fällen gilt: Der beste Weg für Sie muss in einem persönlichen Gespräch geklärt werden.

Ansprechpartner

Telefon: 0721 974-2501 (Annette Taschinsky)
Telefon: 0721 974-2502 (Kerstin Sohn)
Telefax: 0721 974-2509

hno@klinikum-karlsruhe.de

Sprechstunde nach Vereinbarung
Donnerstag: 8:30 bis 13:00 Uhr