Endokrinologie und Reproduktionsmedizin

Die häufigsten Erkrankungen der Frau in ihrer ersten Lebenshälfte, die aufgrund von Schmerzen und Blutungsstörungen eine medizinische Behandlung notwendig machen, sind Endometriose, Myome der Gebärmutter und Zyklusstörungen. Ein weiteres, häufig damit assoziiertes Problem ist die ausbleibende Schwangerschaft.

Sehr häufig bestehen sowohl Beschwerden, wie auch Kinderwunsch. Hier liegt uns besonders die individuelle Beratung und Behandlung der Patientin und die Erarbeitung eines individuellen Therapiekonzeptes unter Berücksichtigung der Faktoren des Partners am Herzen.

In unserem zertifizierten Endometriosezentrum Level III bieten wir Patientinnen modernste diagnostische Maßnahmen und die minimalinvasive Therapie in einem interdisziplinären Team an. Insbesondere Endometriosepatientinnen haben einen sehr langen Leidensweg, da die Erkrankung häufig spät erkannt wird. Die leitlinienorientierte Behandlung schließt die Diagnose per Laparoskopie ein, dies ist nach wie vor der Goldstandard. Nachfolgend stehen sowohl operative Therapie, wenn möglich in der gleichen Operation und die medikamentöse Therapie zur Verfügung.

Über 80% aller Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens Myome des Uterus und 30% aller Frauen müssen wegen Problemen, die mit Myomen assoziiert sind, behandelt werden. Zur Behandlung von Myomen stehen prinzipiell medikamentöse, operative und interventionell-radiologische Behandlungsmethoden (Embolisation der Arteria uterina und fokussierter Ultraschall) zur Verfügung. Im Rahmen des interdisziplinären Myomzentrums gemeinsam mit dem Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie prüfen wir im individuellen Fall all diese Behandlungsmethoden und bieten diese unseren Patientinnen an.

Bei der Behandlung bösartiger Erkrankungen und auch bei der Therapie einiger gutartiger Erkrankungen ist der Einsatz von Medikamenten notwendig, die die im Ovar vorhanden Eizellen schädigen können. In diesen Fällen kann es ratsam sein fertilitätserhaltende Maßnahmen zu ergreifen.

Hier stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, von der Unterdrückung der Eierstockfunktion mittels GnRH-analoga, dem Einfrieren von unbefruchteten oder befruchteten Eizellen und dem Einfrieren von Eierstockgewebe. Bei einer notwendigen Bestrahlung im Bereich des Beckens können durch die Bestrahlung die Ovarien gefährdet werden, da auch hierdurch die Eizellen geschädigt werden können. Diesen Patientinnen können wir die laparoskopische Verlagerung (Ovariopexie) aus dem kleinen Becken anbieten. In diesen Fällen können wir den Patientinnen die Beratung nach den Empfehlungen des Netzwerkes FertiPROTEKT anbieten, in dem wir als Mitglied organisiert sind.

Die Diagnostik bei Kinderwunsch sollte durch Untersuchung des Mannes und durch die Anfertigung zweier Spermiogramme beginnen. Die Diagnostik der Frau bei Kinderwunsch umfasst in erster Linie neben der hormonellen Funktion des Eierstocks die morphologische Untersuchung von Gebärmutter, Eierstock, Eileiter und der Eileiterdurchgängigkeit. Hier bieten wir den Patientinnen die minimal-invasiven Operationsmethoden wie Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) und Bauchspiegelung (Laparoskopie) an, während dieser Eingriffe können auffällige Veränderungen gleich korrigiert werden.

  • Endometriosezentrum Level III
  • Interdisziplinäres Myomzentrum
  • Fertilitätserhalt bei onkologischen Erkrankungen und Social Freezing
  • Diagnostik bei Kinderwunsch