Information für Patienten

Gesprächssituation

Eine stationäre Behandlung körperlicher, organisch bedingter Krankheiten auf sich zu nehmen ist für uns alle eine Selbstverständlichkeit. Psychiatrische und psychotherapeutische Krankenhausaufenthalte werden noch von Scham und Sorge vor Stigmatisierung begleitet.

Jeder Zweite wird aber im Laufe seines Lebens eine psychische Störung entwickeln, vor allem aus dem Bereich Angst ,Depression, Persönlichkeitsstörung oder Substanzabhängigkeit. Das Bewusstsein wächst, dass es sich um ernsthafte Gesundheitsstörungen handelt, deren Behandlung oder Vorbeugung wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität und Leistungsfähigkeit beitragen kann.  

Wenn Sie von Ihrem niedergelassenen Hausarzt oder einem Facharzt bei uns eingewiesen werden oder sich in einem akuten Notfall selbst an uns wenden, werden Sie feststellen ,dass Ihnen schnell und kompetent geholfen werden kann. Im Einzelnen sind typische Erkrankungen schizophrene Psychosen, Manien, schwere Depressionen mit akuter Suizidalität, Demenzen und Suchterkrankungen.  

Liegt der Schwerpunkt der Behandlung auf psychotherapeutischen Methoden wie z.B. bei "Burnout", Angststörungen, somatoformen Störungen, Traumafolgeerkrankungen, Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen und ist eine zeitliche Planung des Aufenthaltes möglich, bieten sich die beiden psychotherapeutischen Stationen C 30 und S 23 in der Moltkestraße auf dem Klinikgelände an.

Das Gleiche gilt für unsere Tageskliniken. Hier wird eine vollstationäre Behandlung vermieden oder verkürzt. Sie wohnen in der vertrauten Umgebung und können die neuen Erfahrungen unmittelbar in den Alltag umsetzen. 

In der Roonstraße befinden sich die Allgemeinpsychiatrische Tagesklinik und eine Tagesklinik für Ältere.

Auch in Ettlingen können sie sich an eine Tagesklinik wenden, die sich auf Erkrankungen der 2. Lebenshälfte spezialisiert hat.

Für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen befindet sich auf dem Klinikgelände in der Moltkestraße eine Suchtmedizinsche Tagesklinik.

Für die Tageskliniken und die psychotherapeutische Medizin können Sie sich direkt anmelden. Wir führen ein Vorgespräch zur Überprüfung der Behandlungsindikation, zu dem Sie einen Einweisungsschein Ihres niedergelassenen Arztes mitbringen sollten. Wenn eine Behandlung indiziert ist, werden Sie zu einem vereinbarten Zeitpunkt aufgenommen.  

Wir arbeiten eng mit allen anderen Kliniken am Städtisches Klinikum Karlsruhe zusammen, um neu auftretende oder gleichzeitig bestehende körperliche Erkrankungen zu behandeln.  

Wo auch immer in unserem Hause Sie behandelt werden, wird ein multiprofessionelles, eng miteinander arbeitendes Team aus Ärzten, Psychologen, Pflegekräften, Sozialarbeitern, Krankengymnasten, Kunst- Ergo- und Musiktherapeuten Sie begleiten.

Die Entlassung und Weiterbehandlung bei den niedergelassenen Ärzten wird mit Ihnen geplant. Wir knüpfen auch Kontakte zu den ambulanten Diensten oder Beratungsstellen, z.B. des Suchthilfesystems.

Unsere Behandlung beruht auf modernen, evidenz-basierten, wissenschaftlichen Methoden.

Informationen für Angehörige

Liebe Angehörige,

ein Ihnen nahestehender Mensch wird zurzeit wegen einer psychischen Erkrankung hier in der Klinik behandelt.

Wenn die Erkrankung jetzt zum ersten Mal aufgetreten ist, sind Sie vielleicht erschrocken und können nicht glauben, dass eine solche Erkrankung sie betreffen konnte.

Vielleicht ist Ihr Angehöriger auch schon länger erkrankt und Sie kennen sich schon etwas aus mit der Erkrankung. Wahrscheinlich fällt es Ihnen dann schwer zu ertragen, dass noch keine Heilung eingetreten ist.

In jedem Fall kann die Aufnahme in die Psychiatrische Klinik selbst belastend sein; insbesondere, wenn Sie den Patienten dazu drängen oder gar Zwang anwenden mussten.
Sie als Angehörige sind also durch eine psychische Erkrankung mitbetroffen.

Weil psychische Erkrankungen sich zwischen Menschen abspielen und von allen Beteiligten bewältigt werden müssen, wollen wir in unserer Klinik die Angehörigen in die Behandlung einbeziehen. Dafür gibt es auch viele wissenschaftliche Untersuchungen, die unterstreichen, dass diese Zusammenarbeit sich günstig auf den Krankheitsverlauf auswirkt.

Alle Mitglieder des Behandlungsteams (d.h. Ärzte, Sozialarbeiter, Psychologen, Ergo- und Bewegungstherapeuten, Krankenschwestern und Pfleger) auf der Station sind grundsätzlich bereit, Ihre Fragen zu beantworten.

Wir bieten Ihnen Gespräche an, die der behandelnde Arzt und andere Mitarbeiter des Teams mit Patient und Angehörigen gemeinsam führen. Der Arzt wird dafür Termine mit Ihnen vereinbaren, oder Sie fragen ihn/sie nach einem Termin.

Um Information und Austausch zu ermöglichen, bieten wir Ihnen hier in der Klinik einmal monatlich eine Sprechstunde für Angehörige stationärer Patienten an (jeden letzten Donnerstag 15.30 - 17.00 Uhr)  Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an die Klinikpforte (Tel.: 974-3710). Daneben gibt es die unten aufgeführten Angehörigengruppen.

Die Angehörigengruppen

In Karlsruhe und Umgebung:

Der Kreis der Angehörigen psychisch Erkrankter trifft sich alle 14 Tage im "Haus der Familie" in der Kronenstr.15 in 76133 Karlsruhe 
Telefonkontakt: Monika und Siegfried Fischer
0721-465787

Treffpunkt für Betroffene, Angehörige und Mitarbeiter im Bereich Sozialpsychiatrie - Schiller 33 e.V."  Telefonkontakt: Frau Bräunling
0721-38489550

Angebot für Patient/-innen und Angehörige

Freitagsclub

Der Freitagsclub findet jeden Freitag von 16:00 bis 17:00 Uhr im Cafe am Park der Psychiatrischen Klinik statt und ist ein offenes Angebot der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin des Städtischen Klinikums Karlsruhe für Patienten, ehemalige Patienten der Klinik, deren Angehörige und am Thema Interessierte.

Die Teilnahme ist kostenfrei und bedarf keiner Anmeldung.
Der Freitagsclub versteht sich als psychoedukatives Angebot. Ziel ist es, über psychische Erkrankungen, deren Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren und Betroffene darin zu unterstützen, ihre Krankheit zu verstehen, um bei der Behandlung aktiv mitwirken zu können.

Termindaten Freitagsclub als pdf zum Download: