Leistungsspektrum

Allgemeines

Unsere Klinik bietet voll- und teilstationäre sowie ambulante Diagnostik und Therapie für psychiatrisch und psychosomatisch erkrankte Kinder und Jugendliche an. Wir sind für die kinder- und jugendpsychiatrische Notfall- und Krisenversorgung in Stadt und Landkreis Karlsruhe zuständig. Regelbehandlungen bieten wir wohnortunabhängig an.

Die Gründung erfolgte 1974 als Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie unter Leitung von Dr. Herfried Frank. Nach einem sukzessiven Ausbau sind wir nun seit 2004 eine eigenständige Klinik, unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Martina Pitzer. Die Klinikdirektorin ist zur vollen Weiterbildung im Fachgebiet Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie ermächtigt.

Mit Umzug in den Neubau im Oktober 2011 konnten wir zusätzlich eine psychosomatische Station eröffnen. Hier behandeln wir Kinder und Jugendliche mit Erkrankungen, bei denen psychische Störungen mit einer körperlichen Symptomatik einhergehen sowie Patienten mit Anpassungsreaktionen an somatische Erkrankungen.

Unsere Klinik umfasst:

  • Einen vollstationären Bereich mit einer Kinderstation
  • Einen vollstationären Bereich mit einer Jugendstation
  • Eine psychosomatische Station
  • Eine tagesklinische Station für Kinder und Jugendliche

Die Ambulanzen mit: 

  • Institutsambulanz
  • Privatambulanz

Weiterhin leisten wir die konsiliarische Versorgung der verschiedenen Kliniken innerhalb des Städtischen Klinikums. Sie beinhaltet Diagnostik, Therapieempfehlungen und bei Notwendigkeit auch die Verlegung auf eine kinder- und jugendpsychiatrische Station.

Behandlung

Wir arbeiten grundsätzlich mit einer verhaltenstherapeutischen Ausrichtung, in die wir jedoch individuell andere therapeutische Sicht- und Arbeitsweisen integrieren (vor allem tiefenpsychologische und systemische).

Die Behandlung erfolgt auf der Grundlage unserer stationären Rahmenbedingungen, zu denen z,B. das Bezugspädagogensystem gehört (feste pädagogische Ansprechpartner für das Kind/den Jugendlichen), ein strukturierter Tagesablauf, ein Wochenplan (feste Zeiten für bestimmte Aktivitäten, für Besuche etc.) und der begleitende Schulbesuch (Klinik- oder Heimatschule).

Nach einer kurzen Beobachtungsphase (mit Verhaltensbeobachtung, medizinischer und testpsychologischer Untersuchung) wird in der Regel ein individueller Therapieplan erstellt und mit den Kindern/Jugendlichen/Eltern besprochen und abgestimmt.

Die therapeutischen Interventionen umfassen Einzeltherapie, verschiedene Formen der Gruppentherapie und Gestaltungs- und Werktherapie (Malen, Holzwerken). - Bei Bedarf wird im stationären Rahmen zusätzlich ein Verhaltensplan installiert. - Medikamentöse Behandlungen oder diätetische Maßnahmen setzen wir individuell und in enger Absprache mit Patient/Eltern ein.

Wichtig ist in aller Regel die Einbeziehung der Eltern/Familien in die Behandlung, in Form von Eltern- oder Familienberatung bzw. -therapie.

Ambulanzen

  • Kinder- und jugendpsychiatrische Institutsambulanz
  • Privatambulanz

Kinder- und jugendpsychiatrische Institutsambulanz

Die seit 2004 bestehende Institutsambulanz hat als Ziel die Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen bzw. Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen bis zum Alter von 18 Jahren.

Dem gesetzlichen Auftrag (§118 SGB V) entsprechend ist unsere Institution insbesondere für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit schwer ausgeprägten, komplexen komorbiden bzw. chronischen Krankheitsbildern zuständig und sucht stationäre Behandlungen zu vermeiden oder zu verkürzen.

Unser multiprofessionelles Team besteht aus Ärztinnen, einer Psychologin, einer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin und Kunsttherapeutin, einer Heilpädagogin und einer Sekretärin.

Unser Behandlungsangebot richtet sich nach dem individuellen Störungsbild. Zunächst wird die aktuelle Symptomatik unter Berücksichtigung der persönlichen Entwicklung sowie das familiäre, schulische und soziale Umfeld in einem Erstgespräch mit Patient und Eltern/Sorgeberechtigten erfragt. Je nach Bedarf wird das diagnostische Vorgehen durch eine testpsychologische Untersuchung, eine neurologische Untersuchung und ggf. weitere medizinische Untersuchungen ergänzt. Anschließend werden anhand der Ergebnisse gemeinsam unsere Empfehlungen und das weitere Vorgehen z. B. in der Ambulanz, bei niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiatern bzw. Psychotherapeuten oder psychologischen Beratungsstellen besprochen. Sollte sich die Notwendigkeit einer teil- oder vollstationären Behandlung ergeben, wird diese entsprechend in die Wege geleitet.

Zu den Behandlungsformen der Institutsambulanz gehören Beratung, Kriseninterventionen, , Psychotherapie, medikamentöse Therapie und Gruppentherapien.

Derzeit bieten wir folgende Gruppen an:

  • Gruppe für Kinder bzw. Jugendliche mit depressiven oder Angststörungen zur Verbesserung der sozialen Fähigkeiten
  • Gruppen für hyperkinetische Kinder zur Verbesserung der Arbeitsorganisation und Kommunikation
  • Gruppe für Eltern hyperkinetischer Kinder zur Information und Verbesserung der innerfamiliären Kommunikation und des Erziehungsverhaltens


Sofern sich ein Kind/Jugendlicher bei einem niedergelassenen Psychotherapeuten in Behandlung befindet, ist die zeitgleiche Behandlung in der Institutsambulanz – außer in Notfällen - nicht möglich.

Patientenanmeldung und Vergabe von Erstterminen an Eltern oder Sorgeberechtigte erfolgen unter:

Telefon: 0721 974-3901
Telefax: 0721 974-3908

Für die Untersuchung ist das Vorlegen der Versichertenkarte und des Überweisungsscheines von Haus- bzw. Kinderarzt notwendig.

Bitte bringen Sie zum Ersttermin außerdem mit:

  • Gelbes Untersuchungsheft (U1-U9)
  • Kopie der Schulzeugnisse
  • Berichte von zurückliegenden Untersuchungen und Behandlungen bezüglich der Verhaltensauffälligkeiten
  • aktueller Bericht der Lehrer bei massiven Auffälligkeiten in der Schule
  • Hilfeplanberichte, wenn das Kind/ der Jugendliche in einer Jugendhilfemaßnahme ist

Bei akuten Notfällen steht ein Notfalldienst für Patienten mit Wohnsitz in der Stadt Karlsruhe und im Landkreis Karlsruhe zur Verfügung.

  • Montag bis Freitag 8:00 – 17:00 Uhr über Telefon: 0721 974-3901/-3906
  • Montag bis Freitag nach 17:00 Uhr und am Wochenende ist der Notfalldienst über die Kindernotfallambulanz der Kinderklinik (KINA) Telefon: 0721 974-3310 geregelt.

Privatambulanz

Die Privatambulanz von Dr. Martina Pitzer befindet sich im 2.OG.

Sozialdienst

Viele Patienten und deren Eltern benötigen auch nach der stationären Behandlung Hilfestellung, Anleitung, Beratung und Therapie.

Der oft langwierige Prozess der Rehabilitation sollte schon während des stationären Aufenthaltes geplant und eingeleitet werden.

Aus einer Fülle von Hilfsangeboten müssen unter Berücksichtigung von Diagnose, Schwere der Erkrankung und der Beeinträchtigung der Teilhabe in verschiedenen Lebensbereichen die Richtigen ausgewählt werden. Dieses ist keine kurzfristige Entscheidung, sondern ein die Behandlung begleitender und ergänzender Prozess der Beratung, Aufklärung und Hilfestellung, der Patienten und Eltern nicht immer leicht fällt.

Der Sozialdienst vermittelt den Patienten und Angehörigen den Kontakt und ist die Schnittstelle zwischen Klinik, Kostenträgern und Einrichtungen.

Als Fachdienst für psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche berät er die Beteiligten bezüglich der geeigneten nachsorgenden Hilfsmaßnahmen.

Andererseits ist er auch Ansprechpartner für Kostenträger und Einrichtungen in Fragen der Rehabilitation und Wiedereingliederung psychisch kranker oder von seelischer Behinderung bedrohter Kinder und Jugendlicher.

Schule für kranke Kinder und Jugendliche

Während der stationären Behandlung werden unsere Patienten in der Marie-Luise-Kaschnitz-Schule, einer eigenständigen Einrichtung, beschult. Form und Umfang des Unterrichts werden im Einzelfall je nach Belastbarkeit vereinbart. In der Regel erfolgt der Unterricht in kleinen Gruppen, ggf. wird jedoch auch ein Einzelunterricht angeboten.

Patienten ohne umschriebene Schulprobleme soll der Schulbesuch helfen, schulisch Anschluss zu halten bzw. schulische Versäumnisse zu begrenzen. - Für Patienten mit Schulproblemen (wie umschriebenen Leistungsstörungen, Konzentrationsstörungen, Motivationsmangel oder schulbezogenen Ängsten) ist der Schulbesuch auch wichtiger Teil der psychiatrischen Diagnostik und Behandlung.- Es besteht deshalb eine enge Kooperation zwischen Klinik und Schule. Wenn es für die Behandlung sinnvoll erscheint, können Patienten auch ihre Heimatschule bzw. eine andere externe Schule besuchen.

Kooperation

In Absprache und im Einverständnis mit den Eltern arbeiten wir, sofern dies sinnvoll und hilfreich erscheint, eng mit dem erweiterten sozialen Umfeld, insbesondere mit der (Heimat-)Schule zusammen. - Zur Planung von (ambulanten, teilstationären oder stationären) Anschlussmaßnahmen kooperieren wir ggfls, auch mit Trägern der Jugendhilfe.