Intensivierte Brustkrebsfrüherkennung

Programm der intensivierten Brustkrebsfrüherkennung bei Risikopatientinnen

Das Lebenszeitrisiko einer Frau ohne zusätzliche Risikofaktoren an Brustkrebs zu erkranken beträgt ca. 6 Prozent Zur Früherkennung wurde das gesetzliche Screening ab dem 50. Lebensjahr bis zum 69. Lebensjahr mittels Röntgen-Mammographie in 2 Ebenen eingeführt.
Liegen hingegen bestimmte Risikofaktoren vor, kann sich dieses Risiko erheblich erhöhen. Hinweise auf ein erhöhtes Risiko sind z.B. Brustkrebs oder Eierstockkrebs bei nahen Verwandten der mütterlichen oder väterlichen Herkunftsfamilie, ein junges Erkrankungsalter oder eine Tumorhäufung in der Familie. Falls eines der genannten Kriterien zutrifft, besteht der Verdacht auf eine familiäre Belastung. Auf Wunsch können wir Ihnen eine genetische Beratung vermitteln.


Unter bestimmten Voraussetzungen kommt  dann eine Gen-Diagnostik in Frage, die zunächst bei einer selbst bereits erkrankten Person durchgeführt wird. Nach den aktuellen Leitlinien zur Brustkrebsfrüherkennung und den Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft z.B. beiwerden folgende Konstellationen als Risikofaktoren angesehen:

  • Frauen aus Familien mit mindestens zwei an Brustkrebs erkrankten Personen, von denen eine im Alter von unter 51 Jahren erkrankt ist. Die Altersgrenze entfällt bei Familien mit drei oder mehr erkrankten Personen.
  • Frauen, die unter 36 Jahren an Brustkrebs erkrankten.
  • Frauen mit beidseitigem Brustkrebs, die im Alter von unter 51. Jahren erstmals erkrankten.
  • Frauen, die sowohl an Brustkrebs als auch an Eierstockkrebs erkrankten.
  • Frauen mit Brustkrebs, in deren Familie auch Eierstockkrebs vorkam.
  • Frauen aus Familien mit mindestens zwei an Eierstockkrebs erkrankten Personen.
  • Frauen aus Familien mit einem an Brustkrebs erkrankten Mann und einer an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankten Frau.

Untersuchungsmöglichkeiten

Eine intensivierte Früherkennung für Risikopatientinnen unterscheidet sich von der üblichen Früherkennung in folgenden Punkten. Da die Erkrankung bereits in früheren Lebensjahren auftritt, sollten die Untersuchungen auch früher beginnen. Ganz wesentlich ist hier der Einsatz der Magnetresonanz-Mammographie.

Im Einzelnen können zur intensivierten Früherkennung folgende Untersuchungen eingesetzt werden:

  • Ultraschalluntersuchung der Brust alle 6 Monate ab dem 25. Lebensjahr
  • Mammographie der Brust alle 12 Monate ab dem 30. Lebensjahr
  • Magnetresonanz-Mammographie der Brust alle 12 Monate ab dem 25. Lebensjahr

Die hochauflösende Magnetresonanz-Mammographie hat dabei nach neuesten Studien die höchste Aussagekraft und ist separat der Kombination aller anderen Untersuchungen überlegen.

Frauen mit erhöhtem Risiko für Brustkrebs

Zusätzlich bestehen auch bei Frauen ohne erbliche Belastung weitere Faktoren, die das Brustkrebsrisiko erhöhen, wie das Alter, eine frühe erste Monatsblutung (vor dem 11. Lebensjahr), die erste Entbindung über 40 Jahre, Erkrankungen an Krebsvorstufen der eigenen Brust oder eine frühere Brustkrebserkrankung. Dazu zählen auch ein dichtes Brustdrüsengewebe, stattgehabte Bestrahlungen (Mantelfeldbestrahlung) oder eine eigene Krebserkrankung als Kind.

Für diese Frauen ist eine individuelle Risikostrategie im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung empfohlen.