Symptome und Diagnostik des Vesikorenalen Reflux

Bei gesunden Menschen fließt der Harn durch die Harnleiter in die Blase und ein ventilähnlicher Mechanismus an der Eintrittsstelle der Harnleiter in die Blase verhindert ein Zurückfließen des Urins in die Nieren.

Beim Reflux ist diese Ventilfunktion an einem oder beiden Harnleitern gestört und der Urin fließt zurück in den oder die Harnleiter oder sogar in eine oder beide Nieren. Da mit dem Urin aus der Harnblase auch Bakterien in den oberen Harntrakt gelangen können, ist ein vesicorenaler Reflux mit einer erhöhten Infektgefahr (Nierenbeckenentzündungen) verbunden. Treten diese Infektion wiederholt auf, besteht das Risiko einer Schädigung der Niere(n). Ein Reflux kann bei etwa 1% der gesunden Kinder diagnostiziert werden und das durchschnittliche Alter der Kinder liegt bei zwei bis drei Jahren. Praktisch kann ein vesico-uretero-renaler Reflux jedoch in jedem Alter, also auch bei Neugeborenen auftreten. Etwa ¾ der behandelten Reflux-Kinder sind Mädchen. Der Reflux tritt auch gehäuft familiär auf.
 
Ein Harnwegsinfekt ist eine bakterielle Infektion des Harntraktes und kann die Nieren, die Blase oder beides betreffen. Ein Harnwegsinfekt, der die Nieren betrifft, wird als Pyelonephritis (= Nierenbeckenentzündung) bezeichnet. Die typischen Symptome sind Fieber, Bauchschmerzen, Rückenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Ein Harnwegsinfekt, der primär die Harnblase betrifft, wird Zystitis genannt. Die typischen Symptome sind eine schmerzhafte und häufige Miktion sowie ein ausgeprägter Harndrang. Neugeborene mit einem Harnwegsinfekt bzw. einer Pyelonephritis haben häufig andere Symptome: unklares Fieber, Erbrechen, Durchfall und/oder eine Gewichtsabnahme können Zeichen sein. Die Bakterien, die den Harnwegsinfekt hervorrufen, sind meistens Stuhlbakterien. Auch eine ausgeprägte Hygiene kann den Übertritt von Bakterien in den Harntrakt in der Regel nicht verhindern. Hat ein Kind einen Reflux, werden diese Bakterien direkt in die Nieren gespült, was zu einer Nierenbeckenentzündung führt. Obwohl ein Reflux erst nach einem Harnwegsinfekt diagnostiziert wird, ist es wichtig zu wissen, dass ein Reflux nicht Harnwegsinfekte hervorruft und ein Harnwegsinfekt nicht einen Reflux induziert.

Der Reflux wird durch ein Miktionscystourethrogramm diagnostiziert. Dabei wird Kontrastmittel über die Harnröhre in den Harntrakt gegeben. Danach werden Bilder während der Füllung der Blase und beim Wasserlassen durch Röntgen erstellt. Die Untersuchung dauert üblicherweise 15-20 Minuten. Manchmal kann es bei kleineren Kindern notwendig sein, ein Beruhigungsmittel während der Untersuchung zu geben. Wurde ein Reflux diagnostiziert, kann eine Nierenfunktionsszintigraphie als nächster Schritt notwendig sein, um den Grad der Nierenschädigung festzustellen.

Therapie

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