Allgemeine Vorstellung
Herzlich Willkommen auf den Internetseiten der Neurochirurgischen Klinik
Für die operative Therapie von Raumforderungen des Gehirns und des Rückenmarks sowie von Schädelhirntraumen besitzt die Neurochirurgische Klinik ein Alleinstellungsmerkmal in der Stadt Karlsruhe, im Landkreis wie auch im überregionalen Umland.
Die Neurochirurgie bildet somit einen integralen Bestandteil der Ausrichtung des Städtischen Klinikums als Klinik der Maximalversorgung.
Die Klinik verfügt derzeit über 50 Betten, davon sieben auf einer operativen, interdisziplinären Intensivstation sowie drei Intermediate Care (IMC) Betten. Die kleinen Patienten werden stationär in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und in der Kinderchirurgischen Klinik betreut.
Schwerpunkte und operatives Spektrum
In der Neurochirurgischen Klinik werden jährlich ca. 2.000 Operationen durchgeführt. Der Klinikdirektor ist zur vollen Weiterbildung im Fach Neurochirurgie und der speziellen Neurochirurgischen Intensivmedizin ermächtigt.
Die beiden Schwerpunkte der Neurochirurgischen Klinik sind die kranielle Chirurgie sowie die Wirbelsäulenchirurgie.
Bei der kraniellen Chirurgie besteht eine große Expertise bei der Operation von Gefäßmalformationen des Gehirns, hierzu zählen insbesondere Cavernome, Angiome und Aneurysmen sowie bei Tumoren, beispielsweise Meningeome und Gliome des Gehirns. Auf dem Sektor der Hirngefäßerkrankungen zeichnet sich ein zunehmender Trend zur endovaskulären Therapie mit Stents und Coils ab. Hier ist die enge Verzahnung mit der Sektion Neuroradiologie sowohl bei der Diagnostik als auch bei der interventionellen Behandlung entscheidend. Auf dem Gebiet der computerassistierten Hirnchirurgie wurde nach mehrjähriger eigener Forschungsarbeit eine bildgeführte stereotaktische Biopsiemethode entwickelt. Dieses Projekt wurde bereits 2007 bei dem bundesweiten Ideenwettbewerb "Deutschland – Land der Ideen" ausgezeichnet. Mit diesem neuartigen Assistenzsystem sind Probebiopsien von Gehirntumoren im Kernspintomographen machbar und online kontrollierbar.
In der Wirbelsäulenchirurgie zeichnet sich in den letzten Jahren ein zunehmender Trend zu immer weniger invasiven Operationstechniken ab, andererseits werden in der Neurochirurgischen Klinik auch zunehmend größere und komplexere wirbelsäulenchirurgische Eingriffe, insbesondere Stabilisierungsoperationen durchgeführt. Zudem werden vermehrt Implantationen von künstlichen Bandscheiben an der Halswirbelsäule vorgenommen. Ein zentraler Schwerpunkt stellt weiterhin die mikrochirurgische und minimal-invasive Wirbelsäulenchirurgie in unserer Klinik dar. Insgesamt werden derzeit über 1.000 operative Eingriffe pro Jahr an der Wirbelsäule durchgeführt. Hierzu zählt auch die steigende Anzahl von mikrochirurgischen Operationen bei Tumoren des Rückenmarks. In der nahen Zukunft zeichnet sich auch bei der großen Wirbelsäulenchirurgie ein Trend zur Miniaturisierung ab. Hier werden vermehrt bildgeführte und robot-ische Operationstechniken Einzug halten. Insbesondere Verschraubungen der Wirbelsäule können durch kleine Operationsroboter verbessert und erleichtert werden.
Das Spektrum der Klinik umfasst alle neurochirurgisch behandelbaren Erkrankungen am zentralen und peripheren Nervensystem. Bei operativen Eingriffen werden, neben den routinemäßig angewandten mikroneurochirurgischen Operationstechniken bei Gehirntumoren, moderne Techniken wie die Neuronavigation oder Ultraschall angewandt. Bei Eingriffen an der Schädelbasis sowie bei Rückenmarkstumoren wird routinemäßig das intraoperative elektrophysiologische Monitoring eingesetzt.
Mittlerweile sind endoskopische, minimal-invasive Techniken etabliert, wobei die Ventrikulozisternostomie zur Behandlung des Verschlusshydrocephalus zu den routinemäßig durchgeführten Operationsverfahren zählt. Bei lateralen, lumbalen Bandscheibenvorfällen hat sich die minimal-invasive, perkutane, endoskopische Bandscheibenoperation bewährt. Operationen am peripheren Nervensystem werden meistens im Ambulanten Operationszentrum behandelt, zu den häufigsten Eingriffen zählt hier die mikrochirurgische Dekompression bei Karpaltunnelsyndrom.
Kooperationen
In enger Kooperation mit der Neurologischen Klinik ist nun auch die funktionelle Neurochirurgie im Klinikum etabliert worden. Es werden hochspezielle Stimulationssonden zielgenau ins Gehirn implantiert sowie die entsprechenden Schrittmacher eingesetzt. Somit besteht die Möglichkeit der operativen Behandlung von schwerwiegenden Parkinson-Erkrankungen und anderen komplexen Bewegungsstörungen. Die Betreuung erfolgt gemeinschaftlich mit der Neurologischen Klinik und beruht auf der engen Verzahnung der beiden Kliniken. Dieses interdisziplinäre Konzept stellt somit einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einem modernen Neurozentrum dar.




