Fehlbildungszentrum

Das Fehlbildungszentrum stellt sich vor

Unter Fehlbildungen versteht man bereits mit der Geburt vorhandene oder sich schon entwickelnde Normabweichungen.

Jede Region des Körpers kann betroffen sein. Zudem sind Schweregrade der Fehlbildungen und Kombinationen verschiedener Fehlbildungen diagnostisch und therapeutisch zu berücksichtigen. Zum Teil hängt von der rechtzeitigen Erkennung und richtigen Behandlung nicht nur die kurzfristige sondern auch die langfristige Prognose ab. Um den damit verbundenen, vielfältigen Herausforderungen gerecht zu werden, führt das Städtische Klinikum Karlsruhe die Behandlung von Fehlbildungen unter dem Dach eines entsprechenden Zentrums zusammen.

In diesem Zentrum werden komplexe und häufigere Fehlbildungen im Rahmen einer organübergreifenden Zusammenarbeit verschiedener Kliniken und Institute behandelt. Sinn und Ziel des Zentrums ist es, für die medizinischen Probleme zeitnah eine optimale Lösung zu finden.

Zudem streben wir an, gemeinsam mit den Eltern dem jungen Patienten als Person in seiner Gesamtheit gerecht zu werden.

KONTAKT: Die zentrale Anlaufstelle für alle Anfragen, die das Fehlbildungszentrum betreffen, ist die Telefonnummer 0721-974 3101 (Sekretariat Kinderchirurgische Klinik).

Pränataluntersuchung/-beratung

Durch die übliche Schwangerschaftsvorsorge werden im vorgeburtlichen Zeitraum insbesondere aufgrund von Ultraschallergebnissen Fragen an die Perinatalmedizin gestellt (Art der Fehlbildung? Notwendigkeit und ggf. Art der Behandlung sofort nach Geburt? Vorhersage zur zukünftigen Entwicklung des werdenden Lebens?). Falls es in Anbetracht der Ultraschallergebnisse notwendig erscheint, kann auch während der Schwangerschaft eine MR-Tomographie durchgeführt werden. Zum Teil ist eine gemeinsame und umfassende Beratung der Eltern durch die Experten der Kliniken notwendig.

Hierfür arbeiten folgende Bereiche schon vorgeburtlich zusammen:
Frauenklinik, Kinderchirurgie, Kinder-Jugendmedizin, Radiologie, Humangenetik.

Die Koordination erfolgt durch: Dr. med. Martin Klein.

Schwerpunkte

Weitere Schwerpunkte des Fehlbildungszentrums sind:

  • Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten und andere kraniofaziale Fehlbildungen (Deformitäten im Gesichts- und Kopfbereich)
  • Neuralrohrdefekte (Gehirn, Wirbelsäule und Rückenmark)
  • Angeborene Gefäßtumore (Blutschwämme) und Gefäßmalformationen
  • Laryngotracheale und thorakale Fehlbildungen (Kehlkopf, Luftröhre, Lungen und Brustwand)
  • Gastrointestinale, urogenitale und Skelettfehlbildungen (Magen-Darm-Trakt, Nieren- und Harnwege, Geschlechtsorgane und Knochen sowie Gelenke)
  • Hals-Nasen-Ohren-Fehlbildungen
  • Augenfehlbildungen

Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten und andere kraniofaziale Fehlbildungen

Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten und andere kraniofaziale Fehlbildungen (Deformitäten im Gesichts- und Kopfbereich)

Fehlbildungen im Gesichts- und Kopfbereich können sowohl für Organfunktionen als auch kosmetisch von großer Bedeutung sein. Beispielhaft können Spaltbildungen im Lippen-Kiefer-Gaumenbereich sowie Schädelverformungen genannt werden.

Hierfür arbeiten folgende Bereiche zusammen: Augenklinik, Frauenklinik, HNO-Klinik, Kinder-Jugendmedizin, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurochirurgie, Radiologie.

Die Koordination bei den Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten erfolgt durch: Karina Lohrer, Prof. Dr. Dr. Anton Dunsche

Bei anderen kraniofaziale Fehlbildungen durch: Dr. med. Ivo Bertovic, Prof. Dr. med. Uwe Spetzger.

Neuralrohrdefekte

Hier sind vor allem unvollständige Verschlüsse von Wirbelsäule und Hirnhäuten, die mit Nervenfehlfunktionen einhergehen können, gemeint. Durch verschiedene Lokalisationen und Begleitprobleme ist eine individuell angepasste Behandlung notwendig. Immer ist eine langfristige Nachsorge durch mehrere Spezialisten erforderlich.

Hierfür arbeiten folgende Bereiche zusammen:
Frauenklinik, Kinderchirurgie (mit den Bereichen Neurochirurgie, Orthopädie und Urologie), Neurochirurgie, Radiologie.

Die Koordination erfolgt durch: Prof. Dr. med. Uwe Spetzger, Dr. med. Wolfgang Schuppert.

Angeborene Gefäßtumore (Blutschwämme) und Gefäßmalformationen

Hämangiome und Gefäßmalformationen können an der Haut, an den Schleimhäuten, an den inneren Organen und im zentralen Nervensystem vorkommen. Je nach Größe, Lage und Wachstumstendenz kommen verschiedene Behandlungen in Frage (medikamentöse Behandlung, Vereisung, Laser, Operation).

Hierfür arbeiten folgende Bereiche zusammen:
Augenklinik, Hautklinik, Kinderchirurgie, Kinder- und Jugendmedizin, Mund-Kiefer-und Gesichtschirurgie, Neurochirurgie, Radiologie

Die Koordination erfolgt durch: Dr. med. Ferdinand Kosch

Laryngotracheale und thorakale Fehlbildungen

Fehlbildungen in Atemwegen und Lungen werden oft durch Atemstörungen bereits im Neugeborenenalter klinisch manifest. Brustwandfehlbildungen treten klinisch nicht selten erst beim älteren Kind in Erscheinung. Für die Klärung der Art der Störung und ggf. der Behandlungsweise stehen funktionelle und endoskopische Methoden sowie radiologische Untersuchungsverfahren zur Verfügung. Je nach Diagnose und Prognose werden konservative und operative Verfahren zur Therapie eingesetzt.

Hierfür arbeiten folgende Bereiche zusammen:
HNO-Klinik, Kinderchirurgie, Kinder-Jugendmedizin, Radiologie

Die Koordination erfolgt durch: Dr. med. Paul Vöhringer

Gastrointestinale, urogenitale und Skelettfehlbildungen

Fehlbildungen in diesen Organbereichen werden oft früh durch Ernährungs-, Verdauungs- oder Gedeihstörungen klinisch manifest. Auch das Wachstum kann beeinträchtigt sein. Für die Klärung der Art der Störung und ggf. der Behandlungsweise stehen insbesondere radiologische und endoskopische Methoden zur Verfügung. Je nach Diagnose und Prognose werden konservative und operative Verfahren zur Therapie eingesetzt.

Hierfür arbeiten folgende Bereiche zusammen:
Kinderchirurgie, Kinder- und Jugendmedizin, Radiologie

Die Koordination erfolgt durch: Prof. Dr. med. Peter Schmittenbecher

HNO-Fehlbildungen

Fehlbildungen im Bereich von Hals, Nase und Ohr können sowohl für Organfunktionen als auch kosmetisch von Bedeutung sein. Beispielhaft können Choanalatresie, Gehörgangsatresie, Ohrmuscheldysplasien, Hämangiome und sog. Spaltnasen genannt werden.

Hierfür arbeiten folgende Bereiche zusammen:
HNO-Klinik, Kinder-Jugendmedizin, Radiologie

Die Koordination erfolgt durch: Dr. med. Sabine Lehr, Dr. med. Stefan Espenschied

Augenfehlbildungen

Fehlanlagen am Auge können alleine oder in Kombination mit anderen Störungen vorkommen. Beispielhaft zu nennen sind Ptosis, Kolobome, Tränensack- und -gangs-Fehlbildungen, Glaukom, Katarakt und Schielen.

Hierfür arbeiten folgende Bereiche zusammen:
Augenklinik, Kinder-und Jugendmedizin, Radiologie

Die Koordination erfolgt durch: Dr. med. Andreas Buchholz, Dr. med. Andreea Pitter