Informationen für Patienten/-innen

Warum wurde das Darmzentrum gegründet?

Darmkrebs zählt mit bundesweit rund 70.000 Neuerkrankungen und 30.000 Todesfällen pro Jahr zu den häufigsten Krebserkrankungen. Die Früherkennung, die richtige Diagnosestellung sowie eine optimale Behandlung durch ein interdisziplinäres Expertenteam ist für den Erfolg der Therapie von maßgeblicher Bedeutung.

Im Darmzentrum behandeln wir betroffene Patienten als Team von Spezialisten, auf der Basis aktueller Empfehlungen und neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse. Diagnostik und Therapie sind individuell abgestimmt auf die Bedürfnisse des Patienten.

Wie arbeitet das Expertenteam des Darmzentrums?

Sie werden gemeinsam betreut durch:

  • Allgemein- und Visceralchirurgie (Prof. Dr. Schön)
  • Onkologie (Prof. Dr. Bentz)
  • Gastroenterologie (Prof. Dr. Goßner)
  • Radiologie (Prof. Dr. Reimer)
  • Strahlentherapie (Prof. Dr. Sautter-Bihl)
  • Pathologie (Prof. Dr. Rüdiger)
  • Psychoonkologie (Dr. Cramer)

Ergänzt und unterstützt wird das Darmzentrum durch Partner außerhalb des Klinikums. Niedergelassene Fachärzte, mit welchen wir eng zusammen-arbeiten, Ernährungsmediziner, Stomatherapeuten, Sanitätshäuser und Selbsthilfegruppen garantieren, dass auch außerhalb der Klinik eine umfassende Betreuung fortgeführt wird.

Wie erarbeiten die Spezialisten ihre gemeinsamen Behandlungsempfehlungen?

Handelt es sich um Darmkrebs oder Verdacht auf Darmkrebs, so wird die Erkrankung in der interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen. Experten aus den Fachbereichen Chirurgie, Innere Medizin, Onkologie, Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Radiologie, bei Bedarf unterstützt von Vertretern aus benachbarten Fachgebieten, wie der Frauenheilkunde oder der Urologie tauschen sich über jeden einzelnen Krankheitsfall aus. Gemeinsam wird eine Empfehlung für die optimale Behandlung ausgesprochen.

Welche gefährlichen Darmerkrankungen gibt es – auf welche Anzeichen könnte man vorsorglich achten?

Schwere Darmerkrankungen, die im Darmzentrum behandelt werden, sind verschiedene Formen des Darmkrebses und Tochtergeschwülste, aber auch entzündliche Erkrankungen des Darms.

Häufig weisen auf eine Darmerkrankung hin:

  • Veränderung der Stuhlgewohnheiten, Verstopfung und Durchfälle
  • Blutungen
  • Schmerzen bei Entzündungen
  • Abgeschlagenheit
  • Ungewollter Gewichtsverlust

Viele Darmerkrankungen, vor allem der Dickdarmkrebs können auch ohne jegliche Anzeichen auftreten. Daher empfehlen Experten regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. Deshalb ist das Darmzentrum auch mit einem Vorsorgenetzwerk verbunden.

Wie geht das Darmzentrum im Einzelnen vor, um Darmerkrankungen optimal zu erkennen und zu behandeln?

Der Patient wird von seinem Hausarzt, seinem Gastroenterologen oder seinem Internisten bei entsprechenden Krankheitssymptomen und nach ersten Untersuchungen in der Spezialsprechstunde im Darmkrebszentrum vorgestellt.

In der Sprechstunde werden alle vorliegenden Befunde mit dem Patienten besprochen. Falls erforderlich, werden weitere Untersuchungen durchgeführt.
Anschließend wird das Krankheitsgeschehen in der bereits beschriebenen interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen.

Von großer Bedeutung ist hierbei die endoskopische Untersuchung. Im Darmkrebszentrum können mit modernsten Geräten der gesamte Dickdarm und Teile des Dünndarms beurteilt werden.

Die dabei gewonnenen winzigen Gewebeproben werden von unserem Pathologen feingeweblich untersucht und ausgewertet. Das Ergebnis ist von zentraler Bedeutung für die Auswahl des richtigen Behandlungswegs.
Für viele Erkrankungen des Darmtrakts ist auch eine endoskopische Behandlung im Darmkrebszentrum möglich,beispielsweise bei kleinen Polypen und ähnlichen Veränderungen. Das ist ein enormer Vorteil, weil diese Form der Behandlung nicht allzu belastend ist.

Wie sieht eine moderne operative Behandlung im Darmzentrum aus?

Unsere moderne operative Behandlung orientiert sich an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und wird immer von Experten geleitet. Inzwischen können wir dadurch fast immer den Schließmuskel erhalten und so einen dauerhaften künstlichen Darmausgang vermeiden.

Wo es sinnvoll ist, wenden wir minimal invasive Operationsverfahren, die so genannte Schlüssellochchirurgie, an.

Was ist denn wirksam? Operation, Strahlenbehandlung, Chemotherapie oder ...?

Heutzutage gibt es eine Vielzahl von Behandlungsverfahren.Neben modernsten Operationsmethoden finden weitere Therapiemöglichkeiten wie Chemotherapie und moderne Bestrahlungsverfahren Anwendung. Wesentlich ist, dass diese individuell abgestimmt auf die Erkrankung und den Krankheitsverlauf des Einzelnen angepasst und kombiniert werden.

Das führt zu erfreulichen Erfolgen, selbst bei fortgeschrittenen Darmkrebserkrankungen. Tochtergeschwülste (Metastasen), die bei Darmkrebs häufig auftreten, werden ebenfalls mit Hilfe solcher "maßgeschneiderter"
Kombinationen zunehmend erfolgreich bekämpft.

Wie geht es weiter nach der ersten Behandlung?

Bereits während des stationären Aufenthaltes wird Nachsorge organisiert und in die Wege geleitet. Dazu gehören je nach Erkrankung ambulante Bestrahlung, Chemotherapie, Rehabiliationsmaßnahmen, die häusliche Betreuung durch unsere Stomatherapeutin oder häusliche Pflege.

Wir achten in besonderem Maße darauf, dass unsere Patienten eine lückenlose Gesamtbehandlung auch über ihren Klinikaufenthalt hinaus erhalten. Hierzu stehen wir in enger Verbindung mit den weiterbehandelnden Ärzten sowie weiteren Behandlungspartnern.

Wie erreichen Sie uns?

Gerne können Sie telefonisch einen Termin in der Sprechstunde unseres Darmkrebszentrums vereinbaren.

Darmzentrum-Sprechstunde

Montag bis Freitag 8:00-15:00 Uhr
Chirurgische Ambulanz – in Haus E
Telefon: 0721 974-2122 (Patientenmanager)

In medizinischen Fragen werden Sie durch den Facharzt der Darmzentrum-Sprechstunde beraten.
Telefon: 0721 974-2222 (Facharzt für Chirurgie)