Chest Pain Unit
Am 1. Dezember 2009 nahm die Chest Pain Unit der kardiologischen Klinik ihren Betrieb auf. Es handelt sich dabei um eine Notfallaufnahme für Patienten mit akutem Brustschmerz (akutes Koronarsyndrom).
Es stehen zunächst 12 Überwachungsplätze zur Verfügung, die speziell für die Abklärung bei Verdacht auf Herzinfarkt konzipiert sind. Hierfür wurde die Einheit mit modernster, hochwertiger Technik ausgestattet. Die Patienten werden durchgehend am Monitor überwacht, EKG und Ultraschalldiagnostik am Bett werden durch erfahrenes, langjährig in der Kardiologie geschultes Personal praktiziert.
Ziel ist es, Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt ohne Wartezeiten schnell einer kardiologischen Diagnostik und Versorgung zuzuführen. Patienten, bei denen bei Aufnahme im EKG ein Herzinfarkt diagnostiziert wird, werden sofort in eines der drei nebenliegenden Herzkatheterlabore gebracht, wo das verschlossenen Herzkranzgefäss wiedereröffnet (PTCA) und mit einer Gefäßprothese (Stent) versorgt wird. Hierfür steht rund um die Uhr an 365 Tagen ein Team mit fünf erfahrenen Interventionskardiologen zur Verfügung.
Bei Hinweis auf eine Lungenembolie oder ein Aneurysma der Hauptschlagader kann umgehend eine Schnittbildgebung (CT-Röntgen) zur Diagnosestellung erfolgen.
Entsprechend den Leitlinien und Empfehlungen der kardiologischen Fachgesellschaften wird die Schwere der Erkrankung und das individuelle Risiko berücksichtigt: Hochrisikopatienten werden auf der kardiologischen Intensivstation überwacht, Patienten mit niedrigem Risiko können auf die Normalstation verlegt und Patienten ohne erkennbares Risiko werden ambulant weiterbehandelt.
Hiermit wird sichergestellt, dass das Organisationsmodul Chest Pain Unit zum einen zu einer Verbesserung der Patientenversorgung und Verringerung der Herzinfarkt-Sterblichkeit, zum anderen aber zu einer verkürzten Liegedauer und Kostenreduktion durch optimierte Diagnostik und Therapie führt.
Darüber hinaus bietet die Chest Pain Unit den Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten der Region rund um die Uhr einen kardiologischen erfahrenen Arzt als Ansprechpartner für sämtliche Fragestellungen rund ums Herz, beispielsweise bei unklaren Herzrhythmusstörungen, Fragen zu Herzschrittmacher- oder Defibrillatortherapie.
Räumliche Unterbringung auf der CPU
Die Chest Pain Unit befindet sich im Erdgeschoss von Haus R, ein Stockwerk über der Zentralen Notfallaufnahme (ZNA).
Die Kontaktaufnahme mit dem ärztlichen Mitarbeiter der CPU erfolgt über das Notfalltelefon, das täglich 24 Stunden erreichbar ist.
Die Patienten mit akuten Brustschmerzen bei Verdacht auf Herzinfarkt werden direkt vom Notarzt/Rettungsdienst gebracht, von der Zentralen Notaufnahme weitergeleitet oder vom niedergelassenen Arzt über den Rettungsdienst zugewiesen.
Ausstattung und Zertifizierung
Die technische und personelle Ausstattung der CPU wurde nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie-Herz-und Kreislaufforschung für Chest Pain Units konzipiert und sie erhielt am 24. Juni 2010 das Zertifikat "Chest Pain Unit DKG zertifiziert" .
Die Einheit arbeitet an 365 Tagen rund um die Uhr. Sie ist mit einem Oberarzt, einem erfahrenen Assistenzarzt und zwei in der Notfalltherapie geschulten Pflegekräften besetzt.
Die CPU verfügt über 12 Überwachungsbetten mit kontinuierlichem Messung der Herzfrequenz, des Herzrhythmus, des Blutdrucks und der Sauerstoff-sättigung. Jederzeit ist die Sauerstoffapplikation und die kontinuierliche Gabe von Medikamenten über Infusion möglich. Die 12-Kanal EKG-Registrierung und die Ultraschalldiagnostik werden am Bett kurz nach Aufnahme durchgeführt. Die Ultraschalluntersuchung des Herzens über die Speiseröhre ist ständig verfügbar, ebenso eine eigene Einheit zur Wiederbelebung inklussive Defibrillator und Absaugeinrichtung.
Die CPU liegt über der Zentralen Notaufnahme. Die drei Herzkatheterlabore mit 24 h-PTCA-Bereitschaft an 365 Tagen unserer Klinik sind nebenliegend, ebenso die Intensivstation D11.







