Herzschrittmacher-und Defibrillatorversorgung
Die Abteilung verfügt über einen eigenen, im Jahr 2007 neu errichteten, modernst ausgestatteten Operationssaal mit speziell für Schrittmachereingriffe optimierter Durchleuchtungsanlage sowie mit allen Möglichkeiten für invasives und nichtinvasives Monitoring, alle Möglichkeiten der Narkose und Reanimation. Im Jahr werden ca. 300 Eingriffe vom darauf spezialisierten Team durchgeführt. Fast immer ist dies mit einer Kombination aus Regionalanästesie und intravenöser Kurznarkose ohne Vollnarkose möglich.
Die unmittelbare Nachbarschaft zur kardiologischen Intensivstation und die enge Kooperation mit der Klinik für Herzchirurgie ermöglichen es, falls notwendig, hier auch Hochrisikoeingriffe bei instabilem Rhythmus, im Schock oder bei Komplikationen, beispielsweise Entfernung defekter, eingewachsener oder infizierter Systeme mit bestmöglicher Risikokontrolle durchzuführen.
Die Eingriffe erfolgen durch oder unter Anleitung von Fachärzten für Kardiologie und internistische Intensivmedizin.
Spektrum
Bei Schrittmachern und Defibrillatoren stehen uns alle am Markt erhältlichen Ein-, Zwei- und Dreikammersysteme zur Verfügung.
Jeder Patient erhält das für seine Herzrhythmusstörung optimal geeignete Gerät nach den Leitlinien der deutschen und internationalen Fachgesellschaften.
Bei Sonden- oder Infektproblemen haben wir große Erfahrung und spezielle Werkzeuge zur Materialextraktion aus dem Herzen.
Wie funktioniert ein Schrittmacher / Defibrillator?
Das Gerät besteht aus dem Taktgeber und einer Batterie, welche subkutan oder subpectoral implantaiert werden. Über eine oder mehrere Sonden, welche über die Vena cava superior im Herzen verankert werden, werden die Signale aus dem Herzen empfangen und das Herz stimuliert.
Das Gerät überwacht so zeitlebens den Herzschlag und löst genau dann einen Herzschlag aus, wenn der eigene Taktgeber ausfällt.
Beim Defibrillator kommt noch hinzu, dass bei ventrikulärer Tachykardie bzw. Kammerflimmern diese vom Gerät erkannt durch Defibrillation beseitigt wird.
Was ist vor und nach der Operation zu beachten ? Wie wird sie durchgeführt ?
Die Patienten werden in der Regel am Vortag ausführlich aufgeklärt und haben Gelegenheit, Fragen zu stellen.
Falls der Patient unter Antikoagulation steht, so muss im Einzelfall abgewogen werden, ob diese geändert oder weggelassen werden muss. Hier sind individuell angepasste Vorgehensweisen erforderlich.
Prae- und postoperativ erfolgt eine prophylaktische intravenöse Antibiotikagabe (i. d. R. Cefotiam).
Bei Frauen im gebärfähigen Alter muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen sein.
Zu Beginn der OP erhält der Patient eine Infusion (i. d. R. Midazolam/Fentanyl) und eine Lokalanästhesie. Nach Freilegung einer Vene im Brustbereich am Übergang zur Schulter von rechts oder links wird unter Röntgenkontrolle über diese die erforderliche Anzahl von Elektroden in das Herz vorgeschoben und an einem Platz mit guter Stimulation und Sensing (Erkennung des eigenen Herzschlages) verankert. Das Aggregat wird angeschlossen und in eine speziell präparierte Tasche subkutan oder subpectoral eingebracht.
Bei einem Defibrillator wird zusätzlich noch in i.v. Kurznarkose Kammerflimmern induziert um zu überprüfen, ob das Gerät dieses zuverlässig erkennt und durch Defibrillation terminiert.
Nach der Operation wird ein EKG und ein Röntgenbild des Thorax zur Dokumentation der korrekten Lage und Funktionsweise des Systems angefertigt. Die Wunde sollte 10-14 Tage trocken gelassen werden, um eine Infektion zu verhindern. Blutverdünnung kann nach etwa einer Woche wieder eingenommen werden. Wir verwenden selbstauflösendes Nahtmaterial, so dass keine Fäden gezogen werden müssen.
Generell sollten die Patienten bis zum vollständigen Einheilen der Elektroden im Herzen nach spätestens ¼ Jahr extreme körperliche Anstrengungen und extreme Armbewegungen vermeiden.
Falls wir einen Defibrillator implantiert haben, besteht für zumindest 6 Monate ein Fahrverbot für Kraftfahrzeuge, danach beruht das weitere Vorgehen auf der Beurteilung des Einzelfalls.
Nachsorge
Die reguläre Nachsorge findet dann bei Entlassung und später beim niedergelassenen Kardiologen etwa alle 4 Monate bei Defibrillator und alle 6 Monate bei Schrittmachern statt.
- 4-monatlich bei Defibrillatoren
- 6-monatlich bei Schrittmachern
- Jederzeit bei Problemen.
Handelt es sich nicht um einen Notfall, sollten Sie bitte mit Überweisung Ihres niedergelassenen Kardiologen vorbeikommen.






