Zentrale Endoskopie (ZENDO)

Das Herzstück der Medizinischen Klinik II

Die modern ausgerüstete Zentrale Endoskopie ist das Herzstück der Medizinischen Klinik II mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Diabetelogie und Hepatologie. Unter gastroenterologischer Leitung werden hier jährlich rund 11.000 ambulante und stationäre endoskopische Untersuchungen an Speiseröhre, Magen, Dünn- und Dickdarm sowie an Bauchspeicheldrüse, Gallengängen und Bronchien durchgeführt. Hiermit gehört die Zentrale Endoskopie des Klinikums Karlsruhe zu den zehn größten Endoskopiezentren Deutschlands und kann auf entsprechende Erfahrungen zurückgreifen.

Was ist ein Endoskop und welche Möglichkeiten bietet die Endoskopie?

Unter einem Endoskop versteht man ein schlauchförmiges Instrument, dass die Unterschung von Hohlorganen ermöglicht (Endoskopie, "Spiegelung"). Hierzu ist es prinzipiell mit einem optischen System und einer Lichtquelle ausgestattet.
Bei den heute verwendeten Endoskopen handelt es sich um hochmoderne Geräte, die enorm von den technischen Entwicklungen der letzten 20 Jahre profitiert haben. Eine Entwicklung, die direkt Ihnen, dem Patienten, gleich zweifach zu Gute kommt:

Diagnostik

Endoskopie und Patientenkomfort sind keine Widersprüche mehr. Je nach persönlicher Entscheidung können Sie die Untersuchung entweder "verschlafen" oder "live" auf dem Bildschirm verfolgen und bei Bedarf Fragen an den Untersucher stellen.

Dank moderner Prozessoren und Bildern in HD – Qualität ist eine genaue Untersuchung der Magen – Darmschleimhaut möglich.

Durch virtuelle Färbe- und Filterverfahren und Zoomendoskopie können bereits kleinste Veränderungen sichtbar gemacht werden, so dass Erkrankungen auch in ihren Vorstufen entdeckt werden können.

Durch ständige Weiterentwicklung und Miniatisierung der Technik können heute Organe untersucht werden, die noch vor 10 Jahren der Endoskopie unzugänglich waren (z. B. der Dünndarm mittels Kaselendoskopie, Doppelballon- oder Spiralendoskopie sowie die Gallengänge mittels sogenannter ultradünner Endoskopie oder Geräte nach dem Mother – Baby – Prinzip)

Therapie

Doch Endoskopie ist viel mehr als "bloßes Nachschauen". In den letzten Jahren hat sie sich zunemend von der Diagnostik hin zur Therapie, der sog. "interventionellen Endoskopie" gewandelt. Hierdurch kann vielen Patienten dank minimal – invasiver, organerhaltender Therapie geholfen werden. Unnötige Operationen bleiben so erspart.

Zu den größten Erfolgen der therapeutischen Endoskopie gehören u. a.:

  • Diagnostik und Therapie von Krebsvorstufen und frühen, auf die oberste Schleimhautschicht beschränkten, Krebserkrankungen des Magen – Darm – Traktes (z. B. mittels endoskopischer Mukosaresektion (EMR) oder Submukosadissektion (ESD)
  • Die Untersuchung von Organen auf zellulärer Ebene mittels Endomikroskopie
  • Therapie gutartiger Engstellen in Speiseröhre, Magen, Darm und Gallengängen, z. B. durch Dehnung (Dilatation, Bougierung), Einlage von Prothesen (Plastikröhrchen) oder Einsatz sog. biodegradable („selbstauflösender“) Stents
  • Therapie bösartiger Engstellen in Speiseröhre, Magen, Darm und Gallengängen, z. B. durch Einsetzen sog. selbstexpandierender Metallstents (SEMS), Laserverfahren (photodynamische Therapie,PDT) oder Hochfrequenzstrom (Radiofrequenzablation, RFA)
  • Ersatz operativer Techniken in Vollnarkose, z. B. bei Aussackungen der Speiseröhre (Zenker – Divertikel) oder Achalasie (perorale endoskopische Myotomie, POEM)

Untersuchungen

Als Endoskopiezentrum umfassen unsere Erfahrung und unsere Möglichkeiten mehr als nur die gängigen Standarduntersuchungen der Gastroenterologie. Verschiedene Methoden, v. a. im Bereich der endoskopischen Therapie, aber beispielsweise auch Diagnostik im Dünndarm oder den Gallengängen setzen neben großem aparativem Aufwand auch große Erfahrung voraus. Da es sich um meist um seltene Erkrankungen handelt, können diese Methoden an kleineren Kliniken oft nicht angeboten werden.

Überblick über die wichtigsten Endoskopien

  • Magenspiegelung (ÖGD, Ösophagogastroduodenoskopie)
  • Dünndarmspiegelung (Enteroskopie)
  • Dickdarmspiegelung (Koloskopie)
  • indirekte Gallengangsspiegelung inkl. Darstellung der Bauchspeicheldrüse (ERCP) von innen
  • direkte und indirekte Gallengangsspiegelung von außen (PTCD)
  • direkte Gallengangsspiegelung (Cholangioskopie)
  • Bronchialspiegelung (Bronchoskopie)
  • Schluckultraschall (Endosonografie) der oben genannten Organe

Überblick über die wichtigsten Möglichkeiten der endoskopischen Diagnostik und Therapie

  • Unterstüzung der Diagnostik und physikalische und virtuelle Färbeverfahren (Chromoendoskopie, FICE) und gezielte Probenentnahme zur weiteren Untersuchung
  • heilende Tumortherapie (EMR, ESD, RFA)
  • Abtragung großer Polypen in Dünn- und Dickdarm
  • symptomatische Tumortherapie (lokale Tumorablation durch APC, Stenteinlage)
  • Therapie gut- und bösartiger Engstellen (Bougierung, Dilatation, Stenteinlage, APC, PTD; RFA)
  • Therapie funktioneller Erkrankungen, wie z. B. der Achalasie (Botox – Injektion, pneumatische Dilatation, POEM)
  • Blutungsprophylaxe, z. B. bei Krampfadern der Speiseröhre (Ligatur)
  • Blutstillung (Injektionstherapie, Cliping, Stenteinlage)
  • Verschluß von Schleimhautdefekten durch moderne Clip – Techniken und Stenteinlage
  • Sondenanlage zur Ernährung (PEG, PEJ) oder zur kontinuierlichen Medikamentengabe (Duodopa – Sonde bei M. Parkinson)
  • Schluckultraschall (Endosonografie) zur genauen Beurteilung der Magen – Darm – Wand
  • durch Schluckultraschall gesteuerte Punktion, Entlastung von Flüssigkeits- oder Eiteransammlungen
  • Kapselendoskopie des Dünn- und Dickdarms mittels "Fotoendoskopie" oder "U – Boot", ganz ohne Schlauch

Sollten Sie eine Untersuchung oder Therapiemöglichkeit vermissen bzw. sonstige Fragen haben, zögern Sie bitte nicht, sich mit uns in Verbindung zu setzen.