Palliative Schmerztherapie von Knochenmetastasen
Bei vielen malignen Erkrankungen kommt es in fortgeschrittenen Stadien zu Tumorabsiedlungen in Knochen. Die wichtigsten Tumoren mit Knochenmetastasen sind Prostatakarzinome, Mammakarzinome, Bronchialkarzinome, Nierenzellkarzinome und Schilddrüsenkarzinome. Hier kann der Knochenbefall über verschiedene komplexe Prozesse zu Schmerzen führen, die mit Standardtherapiemaßnahmen (Chemotherapie, Hormontherapie, perkutane Strahlentherapie) oft nur unzureichend zu lindern sind und dann stark wirksamer Schmerzmittel einschließlich Morphinen bedürfen.
In derartigen Fällen kann die nuklearmedizinische Therapie eine effektive und relativ risikoarme Möglichkeit darstellen, die Knochenschmerzen zu lindern und dadurch die Lebensqualität zu verbessern. Die Therapie muss unter einem palliativen Aspekt gesehen werden, eine Heilung kann durch die Maßnahme nicht bewirkt werden. Überlegenswert ist die Therapie bei Patienten mit multilokulärer bis disseminierter Skelettmetastasierung, bei denen die primären Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind und das Blutbild nicht gegen die Durchführung der Therapie spricht.
Für die Therapie werden Radiopharmaka eingesetzt, die am Knochenstoffwechsel teilnehmen („Prinzip der Skelettszintigraphie“) und mit Betastrahlern markiert sind (Sm-153 EDTMP, Re-186 HEDP). Voraussetzung für die palliative Schmerztherapie ist somit eine ausreichende Speicherung der Metastasen in einer vorangegangenen Skelettszintigraphie.
In etwa 70% der Fälle ist nach der Therapie mit einer Besserung der Schmerzsymptomatik zu rechnen (Wirkungseintritt etwa nach 1-3 Wochen), die schmerzlindernde Wirkung hält im Regelfall über mehrere Monate an. Unter der Voraussetzung, dass das Blutbild des Patienten stabil ist, kann die Therapie bei erneuter Progredienz der Schmerzen bzw. bei unzureichendem Ansprechen nach der ersten Therapie wiederholt werden. Die Therapie wird in der Regel ambulant durchgeführt.





