Speicheldrüsen

Allgemeines

Die Speicheldrüsen produzieren pro Tag etwa 1-1,5 Liter Speichel. Neben Flüssigkeit enthält Speichel Elektrolyte, Enzyme und Antikörper, die für die Verdauung, die Immunabwehr und den Zahnschutz entscheidend sind. Die größte Drüse ist die Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis). Sie liegt unmittelbar vor dem Ohr und enthält in ihrer Mitte den Gesichtsnerv, Nervus facialis. Die zweitgrößte ist die Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis). Zusammen mit 2 kleineren und hunderten winziger Drüsen in der Mund- und Rachenschleimhaut bilden sie den Speichel.

Speichelsteine und Entzündungen

Speichelsteine und akute Entzündungen sind am häufigsten. Beiden Krankheitsbildern gemeinsam ist eine schmerzhafte Drüsenschwellung, Rötung und Überwärmung. Bei Steinen besteht zusätzlich durch die Verlegung der Ausführungsgänge eine Essensabhängigkeit der Beschwerden.

Vorsicht Speicheldrüsentumore

In der überwiegenden Mehrzahl handelt es sich bei Knoten der Speicheldrüsen um gutartige Befunde. Da sie bei Wachstum auf den Gesichtsnerv drücken und prinzipiell auch entarten können, ist eine frühzeitige Operation anzustreben.

Diagnose und Behandlung von Speicheldrüsenerkrankungen

Neben der Art der Beschwerden führen die Endoskopie der Speichelgänge mit Mikrosonden, Ultraschalluntersuchungen und die Kernspintomographie zur Diagnose. Vereinzelt werden auch Punktionen mit Zelluntersuchungen durchgeführt.
Knoten der Speicheldrüsen werden unter mikroskopischer Kontrolle und Monitoring des Gesichtsnerven operativ entfernt.

Die Therapie einer Entzündung besteht in Drüsenmassage, speichelfördernden Maßnahmen wie Kaugummi kauen oder saure Drops lutschen, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und Mundhygiene. Bei einer eitrigen Entzündung ist ein Antibiotikum notwendig.

Verlegt ein Stein den Ausführungsgang der Drüse, wird dieser entfernt. Nur bei großen, ungünstig gelegenen Steinen ist die Drüsenentfernung nötig.