Allergien

Allgemeines

Eine Allergie ist eine krankhaft gesteigerte Reaktion eines gesunden Immunsystems auf einen eigentlich harmlosen, meist natürlich vorkommenden Stoff. Am häufigsten kommt es zu allergischen Reaktionen durch Pollen, Tierhaare, Schimmelpilze, Hausstaubmilben, Bienen- und Wespengift, Nickel, Farb- und Konservierungsstoffe, Duftstoffe, Salbengrundlagen oder bestimmte Nahrungsmittel wie Fisch, Erdbeeren, Sellerie oder Karotten.

Besonders im Frühjahr bis in die Sommermonate hinein sind viele Allergiker stark vom Pollenflug geplagt. Mittlerweile leidet jeder 5. Erwachsene in Deutschland an Heuschnupfen.

Allergiker haben vielfach nicht nur eine, sondern mehrere Allergien gleichzeitig. So wundert es nicht, dass die Beschwerden oft das ganze Jahr andauern.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Bei der Anamnese wird gezielt nach typischen Allergie-Beschwerden gefragt. Hierzu gehören Niesreiz, Nasenlaufen, schlechte Nasenatmung, Augentränen, Juckreiz von Auge, Nase, Hals, Asthma, Hautausschläge und Verdauungsprobleme. Wichtig ist, wann und wo die Beschwerden auftreten - am Arbeitsplatz, zuhause, im Freien, saisonal oder ganzjährig.

Dann folgt die ärztliche Untersuchung, einschließlich einer Endoskopie der Nasen- und Rachenschleimhäute. Es wird besonders auf allergisch bedingte Veränderungen der Schleimhaut und das Vorhandensein von Nasenpolypen geachtet. Außerdem wird beurteilt, ob eine Muschelverdickung oder Schiefstellung der Nasenscheidewand vorliegt.

Allergietests

Bei den Allergietests spielen die Haut- und Schleimhautprovokationstests die größte Rolle.
Der Pricktest wird am Unterarm durchgeführt. Verschiedene Substanzen werden aufgetropft und schmerzlos in die Haut eingepiekt. Nach ca. 20 Minuten kann man das Ergebnis ablesen.

Beim Epikutantest werden Pflaster, die mit verschiedenen Kontaktstoffen benetzt sind, für 24 bis 48 Stunden auf die Haut aufgeklebt.

Die Provokationstests an der Nasen-, Augen- und Lungenschleimhaut werden mit Sprays oder Tropfen durchgeführt und helfen oft, unerkannte Allergien zu entdecken.

Ernährungskalender und Diätpläne lassen Nahrungsmittelallergien erkennen. 

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit einer speziellen Blutuntersuchung (RAST), in welcher Antikörper gegen die auslösenden Allergene nachgewiesen werden.

Mit der Rhinomanometrie wird die Luftdurchgängigkeit der Nase, mit der Spirometrie und Bodyplethysmographie die Lungenfunktion gemessen. Schwellungen der Atemwege und die Funktion der Atemmuskulatur lassen sich so objektiv beurteilen.

Wie kann man Allergien behandeln?

Ist die Allergie diagnostiziert, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Die wichtigste Maßnahme für den Allergiker ist, sich vor dem für ihn gefährlichen Stoff zu schützen, sprich Allergene zu vermeiden.
Durch geschickte Urlaubsplanung mit Aufenthalt am Meer oder im Gebirge kann man extremen Pollenbelastungen aus dem Wege gehen. Aber nicht immer ist das machbar.

Bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben helfen sogenannte Encasings, milbendichte Bezüge für Bett und Bettzeug. Außerdem sollte die Luft im Schlafzimmer kühl und trocken sein. Von Haustieren wird Milbenallergikern strikt abgeraten, da auch sie in der Wohnung Hautschuppen verlieren, die Nahrungsquelle Nr. 1 der Milben.

Kann man Allergenen nicht konsequent aus dem Wege gehen, werden die Allergiebeschwerden mit Augentropfen, Nasensprays, antiallergischen Tabletten, Salben oder Hautcremes behandelt. Entscheidend ist dabei das frühzeitige Vorgehen.

Immuntherapie – Hyposensibilisierung

Die spezifische Immuntherapie - auch Hyposensibilisierung - ist die einzige sogenannte kausale Therapie. Dies bedeutet, dass die falsche Immunantwort des Körpers als Wurzel der Erkrankung behandelt wird.
Langfristig werden nicht nur die Beschwerden therapiert, sondern auch der Entwicklung eines allergischen Asthmas entgegengewirkt. Der Effekt ist ähnlich dem einer Impfung. Dem Körper werden
bestimmte Mengen eines Allergens über 3-4 Jahre angeboten, damit er sich langsam daran gewöhnt und die Überempfindlichkeit verliert. Besonders Pollen- und Hausstaubmilbenallergiker sprechen gut auf diese Therapie an. Verkürzte Behandlungsformen gibt es für Insektengiftallergiker.

Während früher die Allergenextrakte in den Oberarm injiziert wurden, gibt es heute Alternativen.
Tropfen, die täglich unter die Zunge geträufelt werden und Tabletten, die sich sekundenschnell im Mund auflösen, zeigen eine gute Wirkung und sind für den Patienten ohne größere Gefahren.

Zur langfristigen Verbesserung der Nasenatmung sind oft auch ambulante Eingriffe wie eine Verkleinerung der Nasenmuscheln mit modernen Laser- und Hochfrequenzverfahren sinnvoll.