Kinderurologie

Die Kinderurologie kümmert sich um die angeborenen und erworbenen Erkrankungen von Niere, Blase, Harnleiter, Harnröhre und Geschlechtsorganen. Bereits pränatal und/oder im Rahmen der Screeninguntersuchungen junger Säuglinge können mittels Ultraschall Hinweise auf eine Fehlbildung gefunden werden. Röntgen- und Funktionsuntersuchungen schließen sich dann an.

Störungen des Urintransport von der Niere über die Blase bis zur Harnröhre bewirken einen Urinstau (Doppelniere, Nierenbeckenabgangsstenose, Harnleitermündungsstenose, Harnröhrenklappen) oder ein Hin-und-Her-Pendeln des Urins (Reflux) und werden oft durch Harnwegsinfekte, Blasenentleerungsstörungen (auch z.B. durch Nervenstörung nach offenem Rücken) und Enuresis (Einnässen) auffällig. Viele Probleme reifen unter einer Antibiotikaprophylaxe oder medikamentöser Behandlung, manche benötigen aber auch einen operativen Eingriff, um Wachstum und Entwicklung der Nieren zu schützen. Hier sind engmaschige Kontrollen erforderlich.

Angeborene Fehlbildungen im Bereich der männlichen Harnröhre (vor allem Hypospadien) sind häufig und werden um den ersten Geburtstag operativ korrigiert. Auch Verzögerungen des Hodenabstiegs an seinen definitiven Platz im Skrotum müssen zum ersten Geburtstag behoben sein. Genitalverletzungen und akute Erkrankungen des Hodens (Entzündung, Verdrehung) oder des Ovars (Verdrehung) werden jederzeit notfallmäßig behandelt.

In der kinderurologischen Sprechstunde werden die Untersuchungen geplant und durchgeführt, Befunde besprochen, Therapiepläne erstellt, die operativen Maßnahmen vorbereitet und die Nachsorge und Langzeitkontrolle terminiert.