Holmium - Laser zur Behandlung von Harnleitersteinen

Mittels der Technik der Harnleiter- und Nierenspiegelung (URS, Ureterorenoskopie) ist es möglich, dünne Laserfasern über das Instrument direkt in den Harnleiter einzubringen. Damit können Steine, die sich im Harnleiter oder in der Niere (mittels der Technik der flexiblen Ureterorenoskopie) befinden, auch unter Sicht und direkt vor Ort zertrümmert werden.

Durch den Impuls des Lasers entsteht eine Stosswelle, die gegen den Stein prallt und durch die entstehenden Zug-und Scherkräfte den Stein zerstört. Hierbei entstehen einzelne Desintegrate (Trümmer) des ehemals grösseren Steines, die entweder einzeln aus dem Harnleiter/Niere entfernt werden oder der Stein selbst wird durch die Stosswellen so pulverisiert, dass der Staub oder kleinste Trümmer von alleine ausgeschieden werden können.

Bei dem Holmium Laser handelt es sich um eine Glasfaser, durch die ein Holmium-modulierter Laserstrahl projiziert wird. Die Wellenlänge beträgt 2100 nm, die Energie 20 W. Hierdurch ist eine sehr präzise und hohe Energiefreisetzung an der Faserspitze möglich. Das Risiko, umliegendes Gewebe und damit den Harnleiter selbst zu schädigen, wird durch die präzise  Ausrichtung deutlich minimiert.

Laserung eines Steines im Harnleiter mit dem Holmium-Laser

Aber auch andere Anwendungsmöglichkeiten des Holmiumlasers gibt es in der Urologie:

So können mit Hilfe des 20 Watt-Holmiumlasers auch Tumore des oberen Harntraktes (Nierenbecken, Ureter) und in der Blase behandelt werden.
Hierbei muss aber erwähnt werden, dass nur bedingt eine anschliessende Gewebeuntersuchung möglich ist, und daher in der Blase eher eine übliche Resektion durchgeführt werden sollte. Bei Tumoren im oberen Harntrakt ist in den meisten Fällen sogar eine komplette Entfernung von Niere und Harnleiter notwendig.

Des weiteren können mittels Holmiumlaser  auch Vernarbungen (Strikturen) in der Harnröhre behandelt werden (als Alternative zur klassischen Behandlung mit dem sogenannten „Sachse-Messer“) und auch Gewebewucherungen an der Haut können gelasert werden (z.B. sogenannte Feigwarzen/Condylome).