KTP-Laser bei gutartiger Prostatavergrößerung
Durch die Vergrösserung der Prostata kommt es zur Einengung der Harnröhre. Hierdurch kann es zu folgenden typischen Symptomen kommen: Abschwächung des Harnstrahls, häufiges Wasserlassen (vor allem in der Nacht), Restharnbildung, Harnverhalt, Blasensteine, häufige Blaseninfektionen, plötzlich einsetzender Harndrang.
Kommt es zu subjektiv störenden Symptomen und/oder zu deutlicher Restharnbildung, sollte eine Operation erfolgen (siehe auch Kapitel: Prostatahyperplasie).
Wie bei der Standard-Therapie, der transurethralen Resektion (TUR-Prostata), wird auch bei der Greenlight-Laserbehandlung ein Instrument in bzw. durch die Harnröhre in den Bereich der prostatischen Harnröhre eingeführt. Das Prostatagewebe wird jedoch nicht mit der Schlinge ausgehobelt, sondern verdampft. Gleichzeitig kommt es zu einer Blutstillung der darunter liegenden Schicht. Jedoch ist keine feingewebliche Untersuchung des Prostatagewebes möglich (Histologie). Aus diesem Grunde sollte vor einer Greenlight-Laser-Therapie eine bösartige Veränderung der Prostata mittels Stanzbiopsie ausgeschlossen werden, auch bei niedrigen PSA-Werten.
In dem Greenlight-Lasersystem wird durch einen KTP-Kristall (Kalium-Titanyl-Phosphat) ein Licht mit einer Wellenlänge von 532 nm (und damit im sichtbaren grünen Bereich) erzeugt.
Im Körper wird dieses insbesondere von dem roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) absorbiert, dagegen kaum von Wasser. Die Eindringtiefe in das Gewebe ist mit 0,08 mm sehr gering.
Diese Voraussetzungen erlauben die oberflächliche Abtragung von Gewebe eines gut durchbluteten Organs wie der Prostata ohne die Gefahr, ungewollte thermische Effekte in tieferen Gewebeschichten zu erzeugen. Solche tiefen thermischen Effekte, wie sie bei früheren Verfahren beobachtet wurden, können zum Verbleib von abgestorbenem Gewebe, langdauernden lokalen Ödemen und Nervenschäden mit daraus resultierender erektiler Dysfunktion (Impotenz) führen. Bei dem KTP Laser kann dagegen unter Sicht Schicht für Schicht das gutartig vergrößerte Prostatagewebes verdampft werden, ohne eine Verletzung der empfindlichen umgebenden Strukturen zu riskieren.
Zusammenfassung
Vorteile
- Gewebeschonendes und blutungsarmes Verdampfen des Prostatagewebes
- Kürzere Dauer der Notwendigkeit eines postoperativen Blasenkatheters
- Kürzere Krankenhausverweildauer
- Weniger Kreislaufprobleme durch geringere Gefahr einer Einschwemmung (Elektrolytentgleisung), da eine spezielle Kochsalzlösung benutzt wird
- Auch Patienten mit einer Blutverdünnung (Aspirin®, Marcumar®, etc.), die diese Medikamente nicht pausieren dürfen, können prinzipiell so operiert werden
Nachteile
- Keine Gewinnung von Gewebe zur Untersuchung auf bösartige Veränderungen durch die Operation
- Grössere Adenome von ca. mehr als 40 ccm oder Adenome mit einem sehr grossen Mittellappen der Prostata sind nicht gut geeignet zur reinen Lasertherapie (zu lange OP-Zeit)
- Die Laserfasern sind keine wieder verwertbaren Produkte und sind sehr teuer
Mögliche Nebenwirkungen / Komplikationen
- Blutung / Nachblutung
- Brennen beim Wasserlassen, irritative Beschwerden
- Infektionen
- Retrograde Ejakulation (d.h. dass beim Orgasmus der Samenerguss nach innen, also in die Blase geleitet wird)
- Unwillkürlicher Urinverlust





