Behandlung des Hodenkrebses

Kryokonservierung von Sperma

Jeder 2. Hoden Tumor Patient zeigt schon vor einer Therapie krankhafte Veränderungen im Sperma. Durch die häufig nötige Folgebehandlung von Metastasen wird die Spermienqualität zumindest vorübergehend noch weiter verschlechtert.

Aus diesem Grund ist vor Beginn einer Behandlung des Hodenkrebses bei Patienten mit noch bestehendem Kinderwunsch die Entnahme und Konservierung von Sperma zu besprechen und gemeinsam vorzubereiten. Hierzu wird Sperma gewonnen und tiefgefroren gelagert.  Die Konservierung ist über viele Jahre möglich. Das Sperma kann dann später zur künstlichen Befruchtung bei Kinderwunsch verwendet werden.

Ursache für eine schlechte Spermien-Qualität können folgende Therapien sein:
die Operation mit Entfernung der Krebsgeschwulst des Hodens die Strahlentherapie unter Verwendung von Röntgenstrahlen oder anderen hoch-energetischen Strahlen, um die Krebszellen abzutöten die Chemotherapie unter Verwendung von Medikamenten zur Abtötung der Krebszellen.

Hodenentfernung

Diese operative Maßnahme ist der erste Schritt in der  Behandlung der  meisten Stadien des Hodenkrebs. Die Hodenentfernung erfolgt über einen Leistenschnitt.

Bevor der Hoden jedoch abgesetzt wird, findet während der Operation die feingewebliche Untersuchung einer kleinen Hodenprobe statt. Nur wenn sich hier tatsächlich ein Tumor zeigt, wird der Hoden auch entfernt.

Während des Eingriffs kann auf Wunsch eine Hodenprothese eingesetzt werden: diese Prothese unterscheidet sich  äußerlich nicht vom ursprünglichen Hoden.

Außerdem erfolgt üblicherweise während des gleichen Eingriffs eine Gewebeprobe aus dem anderen Hoden, um dort eventuell vorhandene Tumorvorstufen rechtzeitig erkennen und behandeln zu können.

Folgetherapie bei Metastasen

Im Falle einer möglichen Metastasierung sind je nach Tumorart und Ausbreitung des Krebses folgende Therapieformen angezeigt:

Bei der Strahlentherapie werden hochenergetische Strahlen verwendet, um Krebszellen in Lymphknoten des hinteren Bauchraumes abzutöten und den Tumor somit zu behandeln. Die Strahlenbehandlung erfolgt mit einem Bestrahlungsgerät, das von außen auf den Körper einwirkt. Sie wird im Stadium I des Seminomes bei Risikofaktoren für eine Tumorzellstreuung eingesetzt.

Die Chemotherapie benutzt Medikamente, die ihre schädigende Wirkung gezielt auf schnell wachsende Krebszellen ausüben und sie auf diese Weise abtöten. Die Therapie wird durch Gabe des Wirkstoffes ins Blut dem Körper zugeführt. Mit dem Blutstrom gelangt der Wirkstoff in alle Regionen des Körpers und erreicht somit alle die Krebszellen, die sich außerhalb der Hoden befinden (Metastasen, Absiedlungen).
Es handelt sich hierbei um eine sehr effektive Therapieform, die in der Regel alle Tumorzellen sicher abtötet und somit ein Überleben in Heilung gewährleistet.
Allerdings entfaltet die Chemotherapie ihre Wirkung auch auf gesunde Zellen mit hoher Teilungsfähigkeit. Daraus resultieren Nebenwirkungen wie Blutbildveränderungen, Übelkeit, Schädigung von Nieren, Nerven, des Gehörs und der Spermienproduktion (s.o.), die aufgrund effektiver Begleittherapie nur vorrübergehend oder in der milder Form auftreten.

Die Behandlung nach Stadien

Behandlung Stadium I

Es sind keine sichtbaren Metastasen vorhanden.

Seminom: Bestrahlung des hinteren Bauchraums oder engmaschige Kontrolle oder Chemotherapie (1-2 Zyklen Carboplatin)

Nicht-Seminom: operative Entfernung der Lymphknoten aus dem hinterem Bauchraum (Retroperitoneum) oder 2 Zyklen Chemotherapie bei Hochrisikopatienten oder engmaschige Kontrollen


Behandlung Stadium II a/b

Es sind bereits kleinere sichtbaren Metastasen vorhanden.

Seminom: Bestrahlung des hinteren Bauchraums oder 3 Zyklen Chemotherapie
    
Nicht-Seminom: je nach Tumormarker-Höhe: operative Entfernung der Lymphknoten aus dem hinterem Bauchraum oder 3-4 Zyklen Chemotherapie


Behandlung Stadium II c (Seminom und Nicht-Seminom)

3-4 Zyklen Chemotherapie, eventuell Entfernung von Rest- Lymphknoten nach der Chemotherapie

Therapieübersicht

Therapieübersicht anhand Leitlinien der Deutschen Krankenhausgesellschaft

Übersicht als pdf-Datei